"Theater ist bitter nötig"

Schule nutzt Kooperationsangebot mit der Bühne

Die beiden Theaterpädagoginnen (Foto v.l.) : Silvia Behnke und Maren Gambusch wollen faszinieren mit der Welt der Bühne.
Die beiden Theaterpädagoginnen (Foto v.l.) : Silvia Behnke und Maren Gambusch wollen faszinieren mit der Welt der Bühne.

"Theaterspielen bedeutet sich zu öffnen, sich zu zeigen, in andere Rollen zu schlüpfen und Emotionen zuzulassen", erklären die beiden Theaterpädagoginnen des Theaters Krefeld Mönchengladbach, Silvia Behnke und Maren Gambusch.  Dies sei in unserer heutigen Zeit, die von Krieg, Angst, Terror, Flucht geprägt ist, und in der Menschen immer isolierter lebten, bitter nötig.

Und deshalb ist den beiden Fachfrauen ganz wichtig, diese Welt auch Schülern näher zu bringen. Gerade weil sie oft wenig Berührung mit Theater haben und eher in fiktiven Spielewelten unterwegs sind.

Um über ihr Angebot zu informieren haben die beiden Pädagoginnen eine fast 100 seitige Broschüre für Lehrer erstellt. Hier ist alles informativ, in wirklich ansprechender Form dargeboten. Es gibt sogar die Möglichkeit einer "informativen Waffel-Tour". Behnke: "Bei frischen Waffeln lässt sich prima über Zusammenarbeit von Schule und Theater sprechen".

Weiter gibt es die Chance zu Probenbesuchen. Kurz vor der Premiere öffnen Regisseure die Türen und erlauben einen Blick auf die Inszenierung. Zudem gibt es die Möglichkeit zu Theaterbesuchen mit den Schülern. Gleichzeitig bietet das Theater einen Inszenierungsworkshop für Schulaufführungen und ein Nachgespräch in der Schule dazu an. Es gibt Kreativworkshops für Lehrer, in denen Tanz, Choreografie oder Schauspiel erlernt werden können, aber auch Maske und Requisite.

Hinzu kommt, dass Silvia Behnke und Maren Gambusch anbieten mit Schülern dreimal bei Proben in der Schule zu arbeiten in Kombination mit zwei Besuchen von Theaterstücken.

Regina Kaumanns leitet das Wahlpflichtfach Darstellen und Gestalten in der Klasse 7 und ist begeistert davon: "Ich freu mich über das Kooperationsangebot des Theaters und bin gespannt auf die Zusammenarbeit mit den beiden Pädagoginnen".

Besonders übersichtlich erklärt die Lehrer Broschüre, welches Stück für welche Klasse geeignet ist. Hinzu kommen Vorschläge in welchem Schulfach das Stück bearbeitet werden kann, welche Lektüre dazu passt und welcher Internet Link hilfreich ist.

Neben ihrer Arbeit an Schulen bieten Silvia Behnke und Maren Gambusch auch den Jugendclub an. Hier können Jugendliche von 15 bis 26 Jahren Theater machen. Sie gestalten ein Stück mit und inszenieren es bis zur Aufführung. Behnke: "Wir machen alles selber, führen Regie, holen uns Hilfe beim Bühnenbild, schneiden Musik und sind Dramaturgen". Gambusch: In unserer Arbeit ist es immer wieder wundervoll, wenn der Funke überspringt und wir die jungen Menschen fürs Theater entzünden konnten!"

 "Das kenne ich auch", betont Tamara Bremshey, die mit sieben Schülerinnen und Schülern der Klasse 9 im Fach Darstellen und Gestalten jetzt seit einem Jahr Playback Theater spielt. "Diese Form des Theaters verlangt Spontaneität, Kreativität und schult  Respekt, Einfühlung und sich zeigen wollen. Alles das ist deutlich spürbar in der Arbeit mit diesen jungen Menschen und die Weiterentwicklung ist enorm".

 

Was bedeutet Ihnen die Theaterwelt? Maren Gambusch: "Begegnung, Diskurs mit den Menschen und Kommunikation im kreativen Raum". Silvia Behnke: "Für mich ist Theater eine der wenigen Inseln, die verblieben ist, wo Mensch mit Mensch zu tun hat, unmittelbar".