Das Lernbüro

In den Lernbüros erarbeiten sich die Schüler individuell auf unterschiedlichen Niveaustufen in ihrem eigenen Lerntempo Basiswissen. Dabei sollen Leistungsdruck, Notendruck, Selektion und Ängste vermieden werden. Der Erwerb von Basiskompetenzen in den einzelnen Fächern steht im Vordergrund. Dieses Basiswissen der Bausteinthemen soll in den Projekten und Nebenfächern aufgegriffen und dort praxisorientiert angewendet werden.

Das Lernarrangement Lernbüro bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Lernen als selbstverantwortlichen und selbstgesteuerten Prozess zu begreifen. Es ermöglicht einen hohen Grad an Differenzierung. Jeder Schüler kann sein eigenes Lernvorhaben planen, durchführen und reflektierend abschließen.

Im Lernbüro werden Materialien bereitgestellt, mit deren Hilfe sich die Schülerinnen und Schüler fachbezogenes Wissen selbstständig erarbeiten können. Die Lernstoffe werden also durch Lernbausteine vorstrukturiert, so dass die Kinder eigenverantwortlich durch diese navigieren können. Die Bausteine der einzelnen Fächer geben den Schülern den Lehrplan vor. Die Schüler bearbeiten den Lehrplan in ihrem eigenen Lerntempo und entsprechend ihrem Leistungsvermögen auf der geeigneten Niveaustufe. Entsprechend den Kernlehrplänen sind bestimmte Themen und Kompetenzen vorgeschrieben, die pro Schuljahr bearbeitet werden und erfolgreich abgeschlossen werden müssen.

 

Teilweise erfordert die Erarbeitung der Bausteine eine bestimmte Reihenfolge, da diese Lernbausteine aufeinander aufbauen. Bauen die Bausteine nicht aufeinander auf, dürfen die Schüler die Reihenfolge frei wählen. Eine große Wahlfreiheit ist wünschenswert. Die Lernbausteine informieren die Schüler über die Lernziele und Kompetenzen, die erreicht werden können. Außerdem informieren sie über die Inhalte des Zertifikatstests.

Die Lernbüromaterialien werden selbsterklärend gestaltet. Zur Selbstkontrolle müssen Lösungen angefertigt und bereitgestellt werden. Die Materialien haben verschiedene Niveaustufen, die entsprechend gekennzeichnet sind. Die Schüler schätzen ihr Leistungsniveau ein und wählen ihren individuellen Lernweg aus. Die Lehrer unterstützen die Schüler dabei, die Lernziele in einem bestimmten Zeitraum zu erreichen.

Für jedes Lernbüroband gibt es sechs Lernbüros und die Schüler wählen selbstständig und nach eigenem Interesse täglich neu das Lernbüro.

In den Lernbüros wird überwiegend in Einzelarbeit und Stillarbeit gearbeitet. Teilweise findet die Arbeit auch in Partner- und Gruppenarbeit statt. Dafür darf auch zeitweise das Lernbüro verlassen werden, z.B. für das Aufsagen von Merkkästen oder Vokabeln.

Nach Beendigung eines Lernbausteins und eines Checkout-Tests melden die Schüler sich zu einem Zertifikatstest (Klassenarbeit) an. Beim Test muss der Schüler sein Arbeitsheft abgeben, in dem sich der Arbeitsprozess abbildet. Die Benotung setzt sich aus dem Zertifikatstest und dem abgegebenen Arbeitsheft des Schülers zusammen. Das im Anschluss ausgestellte Zertifikat beinhaltet eine Rückmeldung darüber, welche Kompetenzen erreicht wurden und welche noch verbessert werden müssen.

Ein Fachlehrer führt im Lernbüro die Aufsicht und achtet auf eine ruhige und konzentrierte Arbeitsatmosphäre. Die Lernbürolehrer betreuen und beraten die Schüler im Lernbüro bezüglich individueller Probleme. Sie sind Lernbegleiter und geben den Schülern regelmäßig Rückmeldung zum Lernprozess. Sie achten außerdem darauf, dass die Lernbüroregeln konsequent eingehalten werden. Die Lernbausteine werden regelmäßig evaluiert, damit die fachliche Qualität fortwährend verbessert und gewährleistet wird.

Das Arbeiten im Lernbüro findet jahrgangsübergreifend statt:  

Altersmischung im Lernbüro hat viele Vorteile. Die älteren Kinder leben den jüngeren Kindern vor, wie im Lernbüro gearbeitet wird. Sie können Fragen beantworten und als Paten unterstützen. Auf diese Weise vertiefen sie ihre Kenntnisse durch Peer-Teaching, und die Jüngeren wachsen automatisch in die Arbeitskultur des Lernbüros hinein.

Im Logbuch dokumentieren die Schüler ihren Lernprozess für die Lernbüros. Die Eintragungen im Logbuch ermöglichen einen schnellen Überblick über die geleistete und noch zu erledigende Arbeit. Das Logbuch und die persönlichen Arbeitsmaterialien für das ausgewählte Lernbüro tragen die Schüler immer bei sich. Alle anderen Materialien für die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik stehen in den Lernbüros zur Verfügung. Die Materialien haben im Lernbüro einen festgelegten Platz und werden nach der Arbeit ordentlich zurückgestellt.

 

 

Das Lernbüro Plus

Das Lernbüro Plus ist ein Förderort für leistungsschwächere Schüler. Dazu zählen die Förderkinder, aber auch Regelschüler, die eine besondere Förderung benötigen. Das Lernbüro Plus wird immer parallel zu den Lernbüros Mathe, Deutsch und Englisch angeboten. Im Lernbüro Plus werden spezielle Förderbausteine, die auf die Unterrichtsthemen der regulären Lernbüros abgestimmt sind, bereitgestellt. Die Anzahl der Plätze ist beschränkt und die Förderkinder haben Vorrang für eine Betreuung im Lernbüro Plus. 

 

Auch die Förderkinder dürfen die regulären Lernbüros besuchen, wenn sie es wünschen und mit den Materialien zurechtkommen. Das entspricht dem Grundgedanken der Inklusion, der an unserer Schule gelebt wird.